Hardanger Vidda

Sommerreise 2025

Am 1. August bin ich gestartet und nach Hamburg gefahren. Dort blieb ich zwei Nächte, um meine Mutter zu besuchen und den CSD aufzusuchen. 

Am Sonntagmorgen nahm ich einen Bus vom Hotel zum Bahnhof Altona, von wo der IC nach Fredericia um 7:08 abfuhr. Der Anschluss in Fredericia hatte technische Probleme und fuhr verspätet ab und so verpasste ich den nächsten Anschluss in Aalborg und musste eine Stunde warten. Im Kildeparken genoss ich die Sonne und bewunderte die "singenden Bäume".

Im Zug nach Hjoerring traf ich ein Paar, das auch auf die gleiche Fähre wollte. Da es mit dem Zug nach Hirtshals zu knapp werden könnte, bestellten wir uns gemeinsam ein Taxi für die Fahrt von Hjoerring zur Fähre. So erreichten wir rechtzeitig das Fährterminal. Da die Fähre jedoch 20 Minuten Verspätung hatte, wäre wohl auch ein Taxi von Hirtshals ausgegangen. 

Die Überfahrt mit der Schnellfähre war ruhig und so war ich gegen 19 Uhr in Kristiansand. Das Comfort Hotel ist nur 3 Minuten vom Fährterminal.

Nachdem Beziehen meines kleinen Zimmers, ging ich zum Essen in die Stadt und machte danach noch einen Spaziergang durch die nette Innenstadt. 

Am Montag startete ich um 9:15 mit dem Bus der Linie 170. In gut vier Stunden ging es auf der Rv9 ins und durchs Setesdalen und hinunter nach Haukeli. (13:25)

Von der Busstation ging ich zum Postamt, wo ich ein Paket mit Sachen nach Bergen voraus schickte.

Als ich wieder an der Bushaltestelle war, war noch immer mehr als 45 Minuten bis zur Abfahrt des Busses mit dem ich 23km  nach Haukeliseter hätte für 275NKr fahren können. Ich hielt meinen Daumen raus und hatte Glück, ein netter Bergener nahm mich mit. Wir unterhielten uns lebhaft auf der guten viertel Stunde Fahrt.

Den Dienstag habe ich in der Hütte verbracht, während es draußen immer wieder stark regnete und vorallem stürmte. So startete ich mit einem Tag Verspätung. 

Von Haukeliseter ging es nach Queren des Riksveien steil bergauf und der Pfad war zum Bach geworden. Nach dieser ersten Steigung ging es im steten auf und ab an vielen Seen vorbei. Eine Flussquerung bin ich lieber in den Watschuhen durchwatet. Nach etwa 5h20 erreichte ich die Selbstbedienungshütte Hellevassbu. Die Hüttenwacht organisierte das Trocknen von Jacken, Hosen und Schuhen in der gut besuchten Hütte. 

Am Donnerstag ging es weiter zur bewirtschaften Hütte Litlos. Das Wetter war fast durchgehend trocken. Das erste Drittel des 17km langen Weges führte ein Tal zu einem Pass hinauf. Nach einem leichten Abstieg stieg der Pfad ein Seitental wieder zu einem Pass hinauf, von dem es steil zu einem See hinab ging. Im vorletzten Aufstieg muss eine geländerlose Brücke genutzt werden. Am Ende dieser Steigung sah man Litlos bereits, doch die Umrundung des Sees zog sich. Nach 5h war ich an der Hütte, erhielt ein kleines Zimmer für mich und genoss die Annehmlichkeiten der Hütte, wie Dusche, Wohnbereich und Middag.

Der dritte Wandertag brachte immer wieder Schauer. Und der gute Pfad führte immer auf und ab. Der Harteigen, der bereits am Vortag immer wieder zu sehen war, kam erst spät in den Blick, dafür führte der Pfad dicht an die Felswand heran. Ich blickte zwar den Gipfelaufstieg an, aber des Windes wegen verzichtete ich auf die ca. 180hm. Gut so, denn bald darauf war der Gipfel in Wolken. Zur Torehytta ging es erst steil abwärts und führte dann über eine weite Fläche. Als die Hütte schon sehr nah wirkte, gab es noch eine Überraschung,  der Pfad führte in die Schlucht des Seeabflusses. Dieser wurde über einen Klemmblock überklettert und danach ging es steil hinauf um dann zur Hütte hinab zu führen. In der Selbstbedienungshütte waren wir sechs Gäste nebst der Hüttenvakt.

Auch am Samstag gab es nur kurze Schauer und längere sonnige Abschnitte. Von der Hütte steigt man kurz auf und dann beginnt ein langer Abstieg in ein weites Tal. Nach knapp zwei Stunden erreichte ich die Watstelle und bald darauf die Alm Viersdalen. Auf gutem Pfad ging es zügig weiter zur Hütte Hadlaskard. Dort machte ich in der warmen Stube eine Stunde Pause, in der eine Schauerfront durchzog. Wieder bei Sonnenschein wanderte ich weiter. Erst dem Flusstal folgend und dann auf den rechten Talhang hinauf. So wurden Feuchtstellen umgangen gen und oben ließ es sich gut über die Gletscherschliffe laufen. Dies blieb auch bei dem Abstieg nach Rjoto und dem Weiterweg nach Hedlo. Nur der letzte halbe Kilometer war felsig und sumpfig. In der privaten Hütte bekam ich ein Bett in einem Viererzimmer, in dem ich aber allein blieb.  Dusche, guter Trockenraum, super Abendessen und nette Mitgäste führten zu einem schönen Abend. 

Weiter wechselhaftes Wetter am Sonntag. Nach gemütlichen Frühstück wanderte ich erst eine knappe Stunde das Tal abwärts mit einigen Feuchtstellen. Dann stieg der Pfad für einen Kilometer steil aufwärts. Oben lief man aussichtsreich und bequem. Leider übersah ich den Abzweig meines Weges, so gelangte ich zu weit nach Westen auf den  Weg zum Parkplatz im Veigtal. Nach wenigen Metern konnte ich dann zwar auf einen Pfad nach Berastol abzweigen, doch führte dieser durch sehr sumpfiges Gelände und der Weg war so gut 2km länger. Von Berastol steigt man wieder den feuchten und teils matschigen   Hang aufwärts. Es wechselten nun gute Wegstrecken mit Sumpf einander ab. Der letzte Abstieg ins Måbødalen war aufgrund der feuchten Felsen und der Matschstellen unangenehm zu gehen. Nach Queren des Baches, war bald die Reichsstraße erreicht, der ich ein paar hundert Meter abwärts folgen musste, ehe mich die Zufahrtsstraße zum Hotel Fossli wieder hinaufführte. Kurz nach 16 Uhr erreichte ich das Hotel direkt am Wasserfallaussichtspunkt und erhielt ein schön geräumiges Zimmer.

Am heutigen Montag war "Ruhetag". Das heißt nach einem guten Frühstück bin ich nur mit der Kamera ausgestattet losspaziert. Zuerst stieg ich zu den Treppenbrücken über den Wasserfall ab, spazierte weiter entlang der Aussichtspunkte bis zum westlichen. Über die alte Straße wanderte ich  dann ins Tal hinab und auf dem Wanderweg in Richtung Fuß des Wasserfalls. Dieser führte über einges Blockgeröll. Die Hängebrücke war gesperrt, so kam man nicht nah an den Wasserfall heran. Nach kurzer Rast wanderte ich auf gleichem  Weg zurück zum Hotel,  welches ich gegen 13 Uhr erreichte. 

Am Dienstag bin ich gegen 9 Uhr vom Hotel aufgebrochen. In den ersten 25 Minuten stieg ich direkt vom Hotel über einen unmarkierten Steig 1km und 150hm auf und erreichte dann den T-markierten Pfad. Auf diesem Pfad ging es weiter aufwärts, allerdings nicht mehr so steil. Nach einer Passhöhe führte der Steig erst gemütlich abwärts. Doch dann folgte eine Steilstufe, die auch noch sehr feucht war. Nachdem ich den Abstieg gemeistert hatte, umwanderte ich noch eine Mulde und überquerte auf einem Balken einen Bach ehe ich Mittagspause machte. Schien zu Beginn noch die Sonne, zogen bald Wolken auf und es begann zu regnen. Nach der Rast führte mich der Steig wieder steil einen Bergrücken aufwärts, was mit tollen Tiefblicken ins Simadal bis zum Eidfjord belohnt wurde. Über eine Hochfläche näherte man sich dann dem Rembesdalskåka, einem Ausläufer des Hardangerjokulen. Der Abstieg über feuchte Gletscherschliffe war unangenehm rutschig und ich musste sehr langsam und vorsichtig gehen. Eine Hängebrücke führte über den Gletscherbach. Danach war der Weg im Wechsel matschig und felsig. Gegen 16:20  erreichte ich endlich die Rembesdalsseter.


Am heutigen Mittwoch gab es Nieselregen beim Aufbruch. Nach 500m Einlaufen begann ein steiler, feuchter Aufstieg über 150hm. So war ich in der ersten Stunde nur 2,1km voran gekommen. Man erreichte ein Tal aus dem die Route direkt wieder über Gletscherschliffe aufwärts hinausführte. Oben, es war mittlerweile trocken, gelangte ich auf eine Hochfläche, in der es auf guten Pfaden ab und mehr auf führte. So passierte ich einige Ausläufer des Hardangerjokulen. Nach fünf Stunden Wanderung begann dann der Abstieg zum Finsevattnet. Mittlerweile schien die Sonne und es war warm geworden. Am See entlang, erst auf einem Pfad, dann auf dem Rallarveien erreichte ich Finse und bald darauf die Finsehytta. 22,5 km, 7h20.

Nach dem anstrengenden Tag gestern, war es heute eine Erholung. Zum einen warmes und sonniges Wetter, zum anderen nur gute 15km auf meist sehr guten Pfaden. Von Finse auf 1222m stieg ich mit kleinen Gegenabstiegen in etwa 8 km bis auf 1645m auf. Die zweite Hälfte war dann ein langgezogener Abstieg, natürlich mit kleinen Gegenanstiegen und Bachquerugen von Stein zu Stein gespickt. Gegen 14:30 erreichte die Geiterygghytta. Nach einer Dusche genieße ich nun die Sonne vor der Hütte.

Nach gutem Frühstück startete ich,  wie doch einige andere, kurz nach 9 Uhr in Richtung Norden. In der ersten Stunde bis zur Wegzweigung nach Kongshelleren (3,5km) war es trocken. Doch auf der folgenden Strecke in Richtung Steinbergsdalen regnete und stürmte es, erst der letzte Kilometer hinunter zu der Hütte (12:00 - 13:00) war wieder trocken. Die zweite Hälfte der heutigen Strecke war langsamer, viele Feuchsteĺlen, steile Steigungen und felsigen Terrain verlangten aufmerksames Gehen. Der Pfad führte von Steinbergdalen lange aufwärts und dann lange am Hang hoch über dem Tal entlang, ehe es ins Tal hinunter ging. Der letzte Kilometer zur Aurlandsdalenhytte (16:50) führte über ein Sträßchen. 

Den heutigen Abstieg in Richtung Fjord begann ich nach einem Frühstück im trubeligen Speisesaal bereits gegen 8:45. Im leichten Auf und Ab ging es auf recht gutem Steig das Tal auswärts, mal hoch über dem Fluss,  dann wieder direkt an seinem Ufer entlang. Ich kam zügig voran und merkte schnell das die Kilometerangaben am Weg nicht stimmten. Der Weg war nur 16,5 km statt 19km lang, der letzte Kilometer nach Markierung jedoch 1,5km. Gegen 13:35 erreichte den Kiosk an der Bushaltestelle in Vassbygdi.  14:10 fuhr der Bus, der mich in 15 Minuten nach Aurland brachte, wo ich mein Zimmer im Vangsgaarden Gjestegiveri bezog. Später bummelte ich durchs Dorf und besichtigte die schöne Kirche.

Am Sonntag konnte ich schon um 7:30 frühstücken und um 8:45 den Bus nach Flåm nehmen. So startete ich die Wanderung um kurz nach 9 Uhr am Bahnhof Flåm. Zuerst wanderte ich fast 2km entlang von Straßen in den den Ortsteil Bekke, wo der Wanderweg beginnt. Es ging steil bergan, die ersten 150hm auf einer Steintreppe bis zum Wasserfallaussichtspunkt, danach auf schmalen, teils rutschigen Pfad. Auf 800m Höhe flacht der Weg etwas ab und führt in ein Tal hinein. Die Querung des Moores ging recht gut. Am Skratlandevatnet (1187m) legte ich eine Pause ein, ehe ich die letzte Steigung zum höchsten Punkt der Tour (1381m) in Angriff nahm. Der weitere Weg ging leichter zu gehen, auch wenn weitere Steigungen folgten. Nach 7,5h erreichte ich die Grindeflethytta.

Am Montag machte ich nur eine Tour mit kleinem Gepäck. In zwei Stunden stieg ich weglos auf dem Ramsøynuten (1542m). Der Tiefblick auf Gudvangen und Nærøyfjord blieb zwar unter Wolken verborgen, doch die Fernsicht zum Jostedalsbreen und Hardangerjokulen war super. Nach ausgiebieger Gipfelrast stieg ich auf leicht anderen Weg zur Hütte zurück. Ich ging gleich im See baden und das verschwitzte Zeug auswaschen. Während das gewaschenen Zeug in Wind und Sonne trocknete, saß ich vor der Hütte und genoss Sonne und Ruhe 

Den letzten Wandertag der Tour begann ich heute bereits kurz nach 8 Uhr. Die ersten 7 km ging es zügig voran durch Hochtäler im leichten  Auf und Ab. Danach folgte die erste größere Steigung. Nach dem der Weg nach Uppsete vom Weg nach Ljosan abgezweigt war, stieg er weitere 300hm bis auf 1350m. Es folgte ein steiler Abstieg  ins Breidalen, durch das der Weg dann hinausführte. Neben einem schäumenden Bergbach stieg man die letzte Steilstufe ins Uppsetdalen mit Bergenbahn und Rallarveien ab. Der Pfad mündet am Bahnhof Uppsete in den Rallarveien und 5 Minuten später war ich an der Fjellstue (14:20). Nach Rasieren und Duschen machte ich es mir mit einem Bier auf der Terrasse gemütlich. 

Am Mittwoch waren es von der Fjellstue nur 5 Minuten zum Haltepunkt Uppsete, von wo ich pünktlich 9:12 den Zug nach Myrdal nahm, um mit dem gleichen Zug von dort nach Bergen zu fahren, nur ohne Halt in Uppsete und den anderen Bedarfshalten. Die Fahrt war ein Augenschmaus, vom Fjell ging es in bewaldetes Tal und weiter durch landwirtschaftlich geprägte Tallagen bis an den Fjord vorbei an Wasserfällen, Schluchten und flachen Talbecken.

Um halb zwölf erreichte der Zug Bergen. Zuerst holte ich in der Postfiliale in der Håkongata mein Paket ab und deponierte dann das Gepäck im Hotel. Daraufhin bummelte ich durch die Stadt, genoss auf dem Fischmarkt ein Krabben-Lachs-Baguette und genoss die Atmosphäre. Um Vier konnte ich im Hotel einchecken. Zum Abend aß ich im "Daily Pot" eine Powerbowl, eine große Schüssel mit Salaten und Gemüse, Humus und Käse, saulecker.

Am Donnerstag bin ich doch noch einmal gewandert.  Mit dem Stadtbus der Linie 12 fuhr ich nach Montana (170m, 10:10) und startete dort die Wanderung mit dem Aufstieg auf den Ulriken. Zuerst führte dieser über steile Fahrwege, ehe er in eine Steinteppe überging. Entsprechend zügig kam ich aufwärts und erreichte nach 45 Minuten die Bergstation der Seilbahn (600m). Nach kurzem Fotostopp ging ich weiter zum Gipfel (643m, 11:10 -11:20). Vom Gipfel folgte ich der gut ausgeschilderten Route zum Fløyen. In 13 km wurde fast immer auf Bergrücken verlaufend ein Tal umgangen. Auf der aussichtsreichen Terasse des Fløyen Restaurants gönnte ich mir ein Bier, ehe ich ins Stadtzentrum wieder abstieg.

Am Freitag schlief ich lang, frühstückte ausgiebig und so blieb nach dem Packen nur noch Zeit für einen Gang zum Supermarkt ehe ich auschecken musste. Vom Hotel waren es keine 10 Minuten zu Fuß zum Fährterminal. Bis 13 Uhr musste eingecheckt sein, Boarding war erst 13:45. Das Gepäck brachte ich auf meine Kabine und dann genoss ich die Fahrt entlang der Küste auf dem Sonnendeck. Während des Zwischenhalts in Stavanger begann das Abendessen. 

Am Samstag wurde ich in meiner Kabine bereits um 6 Uhr per Lautsprecher geweckt. So gab es ein frühes Frühstück und um 7:30 sollten die Kabinen geräumt sein. Ich nahm mein Gepäck mit aufs Sonnendeck und beobachtete von dort die Einfahrt in den Hafen von Hirtshals. 

Mit einem Großraumtaxi gelangte ich gerade noch zum 8:30 Zug am Bahnhof Hirtshals. Mit Umsteigen in Hjoerring und Ålborg fuhr ich nach Århus. Dort legte ich einen zweistündigen Stopp ein und erkundete ein wenig die Innenstadt dieser lebendigen Stadt. Die Dachterasse des Kaufhauses und der Dom gefielen mir besonders. 

Weiter ging es per Bahn mit Umsteigen in Fredericia und Flensburg nach Hamburg. 

Am Sonntag besuchte ich dann meine Mutter und danach meine Schwester. Den Montag verbrachte ich in Hamburg mit Erledigungen und Spaziergängen. 

Dienstag um 10 Uhr stieg ich in den ICE heim.

Elbe bei Teufelsbrück
Elbe bei Teufelsbrück