Sommerreise nach Nordnorwegen

31.7. - 20.8.

Die Reise begann bereits mit Hektik. Am Vorabend meines Abflugs erhielt ich eine Mail, ich wäre umgebucht auf einen 4,5h früheren Flug. So fuhr ich mit dem ersten Bus von KW nach Gauting. Weiter ging es per SEV-Taxi nach Stockdorf, wo die gewünschte S-Bahn erreicht wurde, da sie fast 10 Minuten Verspätung hatte. Mit Umsteigen am Hirschgarten erreichte ich so zeitig den Flughafen, musste sogar aufs einchecken warten. Das Boarding begann pünktlich und war auch rechtzeitig beendet, doch der Abflug verzögerte sich um 40 Minuten, da das viele Gepäck schwer zu verstauen war. So erreichten wir Oslo gegen 12:20. Der Anschlussflug nach Bodø 13:20 war noch gut zu erreichen und in Bodø kurz vor drei Uhr nachmittags angekommen, war sogar das Gepäck da. Im Nieselregen ging ich vom Flughafen in 15 Minuten zum Hotel in der Innenstadt und bezog mein schönes Zimmer mir Blick auf Berge und Meer.


Blick aus dem Hotelzimmer, im Hintergrund das Sandhornet
Blick aus dem Hotelzimmer, im Hintergrund das Sandhornet

Den Vormittag des Donnerstag verbrachte ich mit Besorgungen für die Trekkingtour. Am Nachmittag machte ich einen Spaziergang am Wasser entlang.

Am Freitagvormittag versendete ich per Post ein Teil meines Gepäcks nach Narvik. Zu Mittag aß ich im Glashuset und um halb zwei fuhr der Bus, der mich nach Drag brachte. Während der Fahrt klarte das Wetter auf. Die knappen zwei Stunden Wartezeit auf das Boot nach Hellmobotn vergingen schnell im Gespräch mit anderen wartenden Trekkern. Das Boot war richtig gut besucht und bestimmt 20 Personen fuhren auch nach Hellmobotn (20:15). Ich brach zügig auf und stieg bald allein den Hellmobotnleden aufwärts. Am Kanonen machte ich kurz Rast und erreichte kurz vor 23 Uhr die Gamme, in der ich eine gute Nacht verbrachte.

Kurz nach acht Uhr startete ich zur langen Etappe zur Røysvatnhytta. Auf dem Weg zur schwedischen Grenze passierte ich drei Zelte. Die bald folgende Furt war gut zu gehen. Dafür fehlte ein Pfad auf der anderen Seite, nur ein paar Steinmandl leiteten mich zum von Westen kommenden Steig. Der Steig war dürftig und die Markierung auch, aber in der offenen Landschaft ging es vorwärts und immer wieder gab es Multe zu naschen. Aber der Weg war lang und nach der zweiten Furt ging mir langsam die Kraft aus. So erreichte ich erst gegen 22 Uhr nach 34km die Hütte.

Nach guter Nacht startete ich gegen 9:30 in Richtung Pauro. Schnell führte einen der Weg wieder nach Schweden und hinunter zum Skuogejavre. Hinter der Brücke über dessen Ausfluss hörte die Markierung abrupt auf. Aber es ging gut direkt am Ostufer entlang. Beim Übergang zum Kåubtåjaure gab es einzelne Steinmandl, aber ein Rentierzaun störte, so dass ich meist weglos lief. Erst in Norwegen wurde der Pfad besser. Gegen 20 Ihr erreichte ich die Hütte, in der ich ganz allein war.

Auf gutem Steig ging es am Montag weiter. Erst am Paurosee entlang, dann aufsteigend, wieder ein Stück durch Schweden, zurück in Norwegen über eine Brücke über den Ausfluss des Baugevatnet. An der Notbu machte ich nur kurz halt, wanderte weiter am See entlang und machte Mittagsrast an einem kleinen Strand,  dort wo der Weg das Seeufer verlässt. Nach der Pause begann der Aufstieg in eine Steinwüste. Der Abstieg zum Sitasjaure war teils steil. Gegen fünf war ich an der Hütte, konnte noch baden und die Sonne genießen. 

Von der Sitashütte folgt man erstmal 14km Grusstrassen vorbei an mehreren Stauseen und über zwei Pässe. Nach etwa drei Stunden erreichte den Beginn des Wandersteigs zur Skoaddejärvihütte. Nach wenigen Metern beginnt ein steiler Aufstieg über eine 160m hohe "Wand". Hier und da benötigt man eine Hand und dann sucht man die nächste Markierung. Nach der "Wand " kommt man in offenes Gelände. Nach einer Pause mit Nickerchen in der Sonne, erreichte ich gegen 15 Uhr die Hütte. Nach Bad im See blieb viel Zeit das schöne Wetter auf der Terrasse der Hütte zu genießen. 

Am Mittwoch wanderte ich um 8:15 mit einem Norweger die ersten zwei Stunden bis zum Parkplatz zusammen. Er war so freundlich meinen angesammelten Müll im Auto mitzunehmen. Trotz der Baustelle durfte ich über den Damm des Gautelissee zum Beginn des Wanderwegs zur Gautelishütte gelangen. Später bog ich dann auf die Route zur Cainhevavaggehütte ab. Diese wurde immer gerölliger und war bald über Kilometer ein riesiges Steinfeld. Vor allem der Abstieg führte über riesiges Geröll. Gegen 15 Uhr erreichte ich die Hütte, machte aber nur eine Stunde Rast dort. Der Weiterweg zur Cunojävrihütte begann als sehr guter Pfad durch Blaubeerbüsche. Doch dann fand ich nicht die Abzweigung zur Furt, ging weglos zum Bach, konnte ihn gut queren, doch lief weit weglos ehe ich den Pfad, bzw. die Markierung wieder hatte. Der Pfad war dürftig und häufig überwachsen. Dies änderte sich erst kurz vor der Brücke 1km vor der Hütte. Zwei der Hütten waren vollkommen belegt und ich musste in die kleine Hütte für Wanderer mit Hund. Obwohl ich erst um 20 Uhr ankam,  war ich bereits um halb zehn todmüde im Bett.

Nach 9,5 Stunden Schlaf stand ich auf. Mit dem Plan 19km zur Hundalshytta zu wandern startete ich gegen 8:20. Es herrschte ein starker Südwind und es war wolkiger als die Tage zuvor. Der Pfad war gut und bestens markiert, so dass ich zügig voran kam, obwohl es stetig aufwärts ging. An der neuen Oalaggihütte vorbei kam ich zur Abzweigung des direkten Weges nach Katterat und schlug diesen ein. Pfad und Markierungen blieben gut bis zu den Djevlepassethütten. Nur noch ein dürftiger Pfad mit wenigen Markierungen führte weiter. Bei der Querung des Baches/Sees war der Untergrund schlammig und ich kam bis übers Knie unter Wasser.  Bald darauf gegen 14:10 erreichte ich den Fahrweg auf dem ich bequem das Tal hinaus ( ca. 7km) nach Katterat lief. Dort wartete ich zwei Stunden  auf den Zug nach Narvik. 

Leider konnte ich bisher mein gesendetes Gepäck nicht erhalten.

Heute morgen regnete es. Dafür konnte ich mein gesendetes Gepäck an der Post abholen. Gestern hatte ich den Code im letzten Buchstaben falsch gelesen und erhielt im Trekkingsysrem die Antwort unbekannt. Aber warum der Angestellte in der Post es gestern auch nicht fand, obwohl es seit Montag dort war? Ich war froh meine Sachen zu haben und habe mich zurück im Hotel erstmal rasiert.

Da es gegen Mittag aufklarte nahm ich um 14 Uhr den Bus zur Seilbahn aufs Narvikfjellene und fuhr mit selbiger zur Bergstation (670m). Schon die Fahrt ist ein Genuss,  so eine super Aussicht. Von der Bergstation wanderte ich in einer Stunde zum Fernsehturm auf dem Linken (1007m) und in weiteren 50 Minuten auf den Tredjetoppen (1278m). Für den Abstieg zurück zur Bergstation benötigte ich ein gute Stunde. Nach einem Getränk im Restaurant gondelte ich wieder hinab. Von der Talstation benötige ich 25 Minuten zum Scandic Narvik.

Nach einem guten Abendessen im Restaurant im Erdgeschoss des Hotels, genehmigte ich mir noch im Sonnenuntergang einen Cocktail "Fjellbeck" in der Roofbar im 16. Stock. 

Ruhetag in Narvik. Ich habe bis 9 geschlafen, gut gefrühstückt und bin nur durch die Stadt gestreift, have das Angebot in einigen Läden (Bergsport, Bücher) begutachtet und war länger in der Bücherei.

Am Sonntag hingen die Wolken tief und es regnete immer wieder in Narvik. Ich faulenzte die meiste Zeit, besuchte nur das Verkehrsmittelmuseum mit seiner Modellanlage der Ofotenbahn.

Auch den Montagvormittag verbummelte ich, denn der Bus nach Kjøpsvik fuhr erst 14:35. Hatte ich in der Narvik in der Sonne auf den Bus gewartet regnete es auf der Fahrt hin und wieder und bei der Ankunft 16:35 in Kjøpsvik auch. Mein Quatier liegt im Zentrum. Den Stetinden habe ich nur auf einem Wandbild gesehen, auch wenn es jetzt aufreisst, steckt er noch in Wolken. 

Um Viertel vor acht nahm ich den Bus Richtung Narvik und ließ mich von der Busfahrerin am Stetindparkplatz absetzen (8:02). Der Wanderweg beginnt direkt am Parkplatz. Der Pfad führt erst an einem Wasserfall hinauf und dann durch Wiesen und Wälder aufwärts. Auf gut 500m erreicht man die Waldbrände und man steigt unter der mächtigen Südwand des Stetinden über freie Flächen auf. Vor und nach dem See (730m, 9:44 - 8:50) ist es kurz geröllig. Bald hat man aber wieder einen guten Steig, der geschickt, teils recht steil durch die Felswand hinauf zum breiten Gratrücken des Stáddá hinaufführt. Über diesen Rücken erreicht man leicht den Gipfel des Stáddá (1315m, 11:20 -11:45). Hier endet der Steig und die Führe zum Hauptpipfel des Stetinden (1389m) beginnt.

Für mich war also hier heute der Umkehrpunkt. Ich genoss die Aussicht auf die Lofoten, die Berge des Narvikfjellene und bis nach Schweden. Der Abstieg verlief mehr oder minder auf der Aufstiegsroute bis zum Parkplatz (14:20). Ich lief an der Straße richtig Kjøpsvik entlang um zur nächsten offiziellen Bushaltestelle zu gelangen. Diese liegt 4km Richtung Kjøpsvik hinter dem Tømmeråstunnelen. Als ich sie erreichte hielt ein Auto und nahm mich mit nach Kjøpsvik (15:50).

Bereits 6:40 brach ich auf und ging zum Hafen von Kjøpsvik hinunter. Das Expressboot kam zur gleichen Zeit wie ich und kurz vor Sieben legte es überpünktlich ab und fuhr mit mir als einzigen Fahrgast nach Drag. Dort hatte ich einen perfekten Anschluss an einen Bus Richtung Bodø. Nach ca. 100 Minuten stieg ich an der Haltestelle Trengsel aus (9:15). Zum Camplingplatz Øyra waren es etwa 1,5km. Dort konnte ich eine Hütte reservieren und mein Gepäck deponieren. Mit leichtem Tagesrucksack folgte ich noch gut 3km der Straße, ehe der Wanderweg zum Litlveryvattnet begann. Zu Beginn war es ein guter aber steiler Weg. Auf der Höhe wurde er schlammiger, aber zum Ende hin schenkt er fantastische Blicke ins Tal, sowie auf See und Wasserfall. Nach einer Rast am See, ging ich den Weg zurück zum Campingplatz (15:30).

Heute morgen regnete es, so drehte ich mich nochmal um und stand erst gegen halb neun auf. Nach einem gemütlichen Frühstück, wusch ich ab, packte und räumte ich die Hütte auf. Als ich dann kurz nach 11 Uhr aufbrach war es trocken und auch warm.  Ich marschierte zurück zur E6 und wartete auf den von Sortland kommenden Bus und fuhr mit ihm nach Bodø (13:30). Ich verstaute mein Gepäck im Schließfach am sentrumsterminalen und ging zu Mittag essen. Es blieb Zeit um noch ein wenig durch Geschäfte zu schauen, ehe 16:15 das Expressboot nach Sandnessjøen ablegte. Während der Fahrt wurde das Wetter immer schlechter.  Gegen 21:10 soll ich in Sandnessjøen ankommen.  Bin im Scandichotel keine 2 Minuten vom Anleger gebucht.

Als ich heute morgen zum Expressboot nach Vega ging, regnete und windete es stark. Viel sah man nicht auf der Fahrt durch die Inselwelt, doch vor Vega klarte es auf und es war trocken. Gleich beim Anleger Gardsøy liegt das Weltkulturerbezentrum, dem ich zuerst einen Besuch abstattete. Neben der Geschichte des Vegaarchipels, interessierte mich die Eiderentenwirtschaft.

Nachdem Besuch der Ausstellung wanderte ich von Kirkøy durch das Naturreservat Holandsosen zum Havhotel und von dort auf der Straße nach Gladstad. Dort genehmigte ich mir einen super leckeren Krabbensalat, ehe ich weiter nach Rørøy wanderte. Von dort fuhr ich per Bus zum Fährhafen Igerøy. Nach einer guten Stunde Wartezeit fuhr die Fähre nach Tjøtta. Bei der Einfahrt in den dortigen Hafen sah ich den Bus nach Sandnessjøen abfahren. Da ich nicht 2,5 Stunden warten wollte, marschierte ich auf der Rv 17 weiter. Nach einigen Kilometern und gut 90 Minuten stoppte ein Auto und das Ehepaar nahm mich mit bis zu meinem Hotel. 

Heute morgen waren die Berge frei und auch wenn die Wettervorhersage durchwachsen war, bestellte ich mir ein Taxi für die Fahrt nach Markvoll (53m, 9:40). Vom neuen Parkplatz startete ich den Aufstieg in Richtung Skjeringen/ Tvillingene. Nachveinem kurzen Stück durch Wald, begann der Aufstieg über steile Granitfelsen, reines Reibungsgehen. Oben am Grat angekommen (780m, 11:10) entschied ich mich erst auf die "Zwillinge" zu steigen, zuerst auf den niedrigen der beiden Gipfel ( 930m,11:40 -11:45), dann auf den höheren (980m, 12:05). Auf letzteren regnete und windete es stark. Zurück zur Weggabelung wäre ich beinahe abgestiegen, wäre nicht plötzlich viel blauer Himmel zu sehen gewesen wäre. So stieg ich noch auf den Skjerdingen (1037m,13:20-13:40). Oben stürmte es heftig, aber im Windschutz des riesigen Gipfelsteinmanns ließ es sich aushalten. In gut zwei Stunden stieg ich wieder ins Tal, dabei erwischte mich ein kurzer kräftiger Schauer. Ein norwegisches Paar, mit dem ich mich unterwegs unterhalten hatte, nahm.mich im Auto vom Parkplatz mit nach Sandnessjøen. 

Nach einem gemütlichen Frühstück, packte ich und checkte aus. Dann nutze ich die Zeit bis zur Abfahrt des Expressbootes für einen Spaziergang in Sandnessjøen. Pünktlich zur Abfahrt des Bootes (13:45)setzte der Regen ein. Ich fuhr bis Ørnes (17:00) mit und quatierte mich im dortigen Hotel ein


Auch heute Morgen regnete es, drum nahm ich gleich morgens das Expressboot nach Bodø (11:20). Auf der Fahrt gab es einige schöne Lichtverhältnisse. Das Gepäck deponierte ich im Gepäckraum des Hotels und ging in die Stadt bummeln. Nach einem Besuch in einem Cafe, suchte ich das Nordlandmuseum auf, welches dieses Jahr ein Museum zur Kultur und Geschichte der Sami ist.

Im Hotel bezog ich dann ein Zimmer im 14. Stock mit Superaussicht auf den Hafenund Landegod 

Heute morgen habe ich etwas länger geschlafen und bin so erst gegen halb zehn aufgebrochen. Mit dem Stadtbus der Linie 3 fuhr ich zum Solliveien (9:50). Ein paar hundert Meter weiter begann der Aufstieg zum Aussichtspunkt Ramnfloget mit einer Holztreppe. Der Weiterweg zum Svartvannet führte über schmale Pfade. Am See kam ich auf den Hauptweg zum Keiservarden (366m, 11:05), der über Steintreppen zum Gipfel führt. Von selbigen folgte ich erst dem Fahrweg und dann einem deutlichen Pfad. Im stetigen Auf und Ab folgt der Pfad dem breiten Bergrücken nordwärts. Links schaut man auf den breiten Ofotenfjord bis zu den Lofoten, rechts überschaut man den Saltenfjord und die hohen Berge dahinter. Leider fing es gegen 13 Uhr an leicht zu regnen und bald darauf windete es stark. So fiel die Rast auf dem Gipfel der Skautuva (626m, 14:30 -14:40) recht kurz aus. Im Abstieg hörte der Regen auf, kurz zuvor war ein Regenbogen zu sehen. Ab dem Skauskaret (390m) kam ich aus dem Wind und es ging steil hinab bis zum Wasserhochbehälter (100m). Von hier führt ein Fahrweg nach Skau (16:00 - 16:50). Im Wartehäuschen aus Glas machte ich Pause und fuhr dann mit dem Bus nach Festvåg und von dort wieder über Skau nach Bodø. So erhielt ich einen tollen Blick auf die Nordseite des Stegtinden.

Zu Abend gönne ich mir einen Essen im Restaurant im 7. Stock des Hotels.

Die Rückreise begann  schon vor dem Frühstück. Dafür gab es ein Lunchpaket mit dem ich zum Flughafen zog. Über Trondheim ging es mit einer Propellermaschine nach Bergen und nach kurzer Umstiegszeit per Jet nach München (13:10).